Herr Meier erlitt vor eineinhalb Jahren einen Schlaganfall. Mittlerweile kann er wieder selbstständig laufen, seine Armfunktion ist jedoch noch unzureichend: Insbesondere feinmotorische Aufgaben machen ihm zu schaffen. Heute sitzt er nach seinem regulären Physiotherapietermin noch länger im Zentrum für Neurotechnologie in Schiedlberg, Oberösterreich, und steuert konzentriert die Hände eines Avatars mit der Kraft seiner Gedanken.

Ergänzung zur Therapie

Der Einsatz innovativer neurotechnologischer Methoden ist sowohl in der akuten als auch in der chronischen Phase nach einem Schlaganfall als Ergänzung zur herkömmlichen Therapie sinnvoll. Eine dieser Methoden heißt „recoveriX“ (Motor Recovery Neurotechnology) und wurde insbesondere für die Verbesserung der Hand- und Fußfunktion entwickelt (Abb. 1).

Es gibt Hinweise auf die positiven Effekte von Brain-Computer-Interfaces auf die Neuroplastizität.Florian Voggeneder
Es gibt Hinweise auf die positiven Effekte von Brain-Computer-Interfaces auf die Neuroplastizität.

In der akuten beziehungsweise subakuten Phase kann das Verfahren als Ergänzung zu den üblichen ärztlich angeordneten Maßnahmen – wie Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie – dazu beitragen, den Therapieprozess zu beschleunigen und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zu verkürzen. Während der Rehabilitation können eventuell noch einmal Verbesserungen erzielt werden, welche im Rahmen der üblichen Therapie nicht mehr möglich sind – vor allem in Phasen der Stagnation. Bei Patienten, deren Schlaganfall-Ereignis bereits viele Jahre zurückliegt, kann der Einsatz neurotechnologischer Methoden auch als alleinige Therapieform sinnvoll sein. Verschiedene Studien liefern bereits Hinweise bezüglich der positiven Effekte von Brain-Computer-Interfaces auf die Neuroplastizität (1–4).