Die Prävalenz der Arthrose ist hoch, gerade im fortgeschrittenen Alter, und stellt somit nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Problem dar. Die nationalen medizinischen Versorgungsleitlinien für Gon- und Koxarthrose werden aktuell überarbeitet. Gibt es in der Zwischenzeit relevante Erkenntnisse aktueller Studien auf diesem Gebiet?

Ein Beitrag von Anna Palisi

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Internationale und nationale Leitlinien

Arthrose ist laut Robert Koch-Institut (1) die häufigste Gelenkerkrankung des erwachsenen Menschen und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein wichtiges gesundheitspolitisches Thema. Die World Health Organization (WHO) rief die Jahre 2000 bis 2010 zur Knochen- und Gelenk-Dekade aus; sie lenkte den Blick so auf die weit verbreiteten Erkrankungen des Bewegungsapparates und initiierte Forschungsprogramme, was die Relevanz der Erkrankung Arthrose hervorhebt (2). Wirft man einen Blick in die Literatur, zeigt sich, dass die internationale Versorgungsleitlinie der Osteoarthritis Research Society International (OARSI) schon älter ist, sie wurde 2014 publiziert (3). Die nationale Versorgungsleitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für Koxarthrose wird derzeit überarbeitet, für Gonarthrose neu erstellt und liegt noch nicht vor. Auch die Leitlinien für Endoprothesen bei Gonarthrose und Koxarthrose sind bereits 2014 beziehungsweise 2013 abgelaufen und haben keine Gültigkeit mehr. Gibt es in der Zwischenzeit neue Forschungsergebnisse?