Schmerz ist einer der Hauptgründe, warum Patienten zum Physiotherapeuten gehen. Daher ist es wichtig, sich mit Schmerzmechanismen und der dazugehörenden Grundlagenforschung zu beschäftigen. Insbesondere die endogene Schmerzmodulation, also die Fähigkeit des Körpers, auf schmerzhafte Reize zu reagieren, ist mittlerweile Gegenstand vieler Forschungsprojekte. Auf den ersten Blick erscheint dies vielleicht wenig praxisnah. Der zweite Blick zeigt jedoch: Das Verständnis dieser Prozesse kann die Therapie für die Patienten beeinflussen.

Exkursion Neurowissenschaften

Eine der bedeutenden Erkenntnisse der Schmerzforschung der letzten Jahrzehnte ist die Feststellung, dass Nozizeption nicht gleich Schmerz ist. Unter Nozizeption (Gefahrenmeldung) versteht man eine spezifische Nervenstimulation, die Informationen über mögliche Gewebeschäden zum Gehirn liefert. Nozizeption wird aus der Struktur abgeleitet, findet unabhängig von Anästhesie statt und ist damit ein objektiver Prozess. Schmerz hingegen ist eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschäden verbunden ist und durch genetische Faktoren, Aufmerksamkeit, Stimmung und unter anderem den soziokulturellen Hintergrund beeinflusst wird. Schmerz ist also subjektiv.