Online-Lehre ist seit Jahren ein fester Bestandteil in der Bildungslandschaft. Gesundheitsberufe wie die Physiotherapie nutzten digitale Lehrmöglichkeiten bislang verhältnismäßig wenig. Die aktuellen Herausforderungen durch die Coronakrise führen dazu, dass ad hoc neue und kreative Lösungen gefunden werden müssen, um Ausbildungs- und Studiengänge aufrecht zu erhalten. Aus der besonderen Situation heraus gewinnt Online-Lehre erheblich an Bedeutung und es wird intensiv daran gearbeitet, diese möglichst lerneffektiv zu gestalten.

In den letzten Jahren rückte digitale Lehre in der Qualifizierung der Gesundheitsberufe vermehrt in den Fokus und wurde in unterschiedlicher Form erprobt (1). So wurden beispielsweise Konzepte wie Blended Learning, das heißt die Verknüpfung von Präsenz- und Online-Lehre, vermehrt eingesetzt (2). Auch digitale Lernplattformen zur Prüfungsvorbereitung wurden zunehmend verwendet und von Lernenden als nützlich beschrieben (3). Vor der Coronakrise dienten diese Angebote lediglich zur Unterstützung der Präsenzlehre (4, 5). Die Pandemie hatte zur Folge, dass viele Bildungseinrichtungen ihr Lehrangebot teilweise oder komplett auf Online-Lehre umstellen mussten, um Ausbildungs- und Studiengänge weiterzuführen und Abschlüsse der Teilnehmenden nicht zu gefährden (6). Das Umplanen von Präsenz- auf Online-Lehre – quasi über Nacht – stellte einen Kraftakt für alle Beteiligten dar. In diesem Beitrag wird die Umsetzung der Online-Lehre an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Charité) und begleitende Unterstützungsangebote für Lehrende vorgestellt. Dabei werden die identifizierten Herausforderungen bei der Umsetzung aufgezeigt und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Der Beitrag schließt mit Überlegungen, wie die gemachten Erfahrungen auf die Ausbildung in der Physiotherapie übertragen werden können.