Herr Bär ist 69 Jahre alt und hat Rückenschmerzen; einen konkreten Auslöser gab es nicht. Der Orthopäde untersucht ihn und führt die leitliniengerechte Basisdiagnostik bei Verdacht auf Osteoporose durch. Er überprüft seine Medikation und schließt in interdisziplinärer Zusammenarbeit Begleiterkrankungen aus. Als Prophylaxe und Therapie verordnet er Calcium und Vitamin D sowie Krankengymnastik am Gerät.

Osteoporose

Osteoporose wird nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert als Verminderung des Mineralgehaltes der Knochen im Vergleich zu gesunden Frauen zwischen 20 und 29 Jahren um mehr als −2,5 Standardabweichungen (T-Score). Zusätzlich müssen jedoch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, welche mit einer Verminderung des Knochenmineralgehaltes einhergehen. Die Knochendichte kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden; als Goldstandard gilt die DEXA-Messung (DVO-Leitlinie 2017). Liegen Spontanfrakturen von Wirbelkörpern vor, ist von einer manifesten Osteoporose auch ohne erhobenen T-Score auszugehen (Abb. 1).