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In den Niederlanden gibt es ein Netzwerk (ParkinsonNET) von Physiotherapeuten, die sich auf die Parkinson-Erkrankung spezialisiert haben (siehe Kasten). Im Dezember 2017 wurden die Ergebnisse zur Wirksamkeit und Kosteneffektivität dieses Netzwerkes publiziert. Die niederländischen Wissenschaftler erfassten dazu retrospektiv von Januar 2013 bis Dezember 2015 die Daten von Parkinson-Patienten der Krankenversicherung CZ Groep, bei der 21 Prozent aller Niederländer versichert sind. Die Patienten wurden entweder von allgemein ausgebildeten Physiotherapeuten oder von spezialisierten Kollegen des ParkinsonNET behandelt – dies hing von der Wahl der Patienten und der ärztlichen Empfehlung ab. Eine Therapiesitzung dauerte 30 Minuten. Analysiert wurden die Behandlungsergebnisse und die Behandlungskosten. Als primäre Zielgröße wurde der Prozentsatz von Patienten mit gesundheitlichen Komplikationen erfasst, wie zum Beispiel Arzt- oder Krankenhausbesuche aufgrund von Frakturen, weitere orthopädische Verletzungen oder Pneumonie. Außerdem verglichen die Wissenschaftler die Anzahl der behandelten Patienten und Therapieeinheiten, Therapiekosten sowie angefallene Gesundheitskosten insgesamt (inklusive Krankenhausaufenthalte). Von allen versicherten Patienten mit einer Parkinson-Erkrankung hatten insgesamt 58 Prozent Physiotherapie erhalten (2.129 Patienten von spezialisierten Physiotherapeuten, 2.252 Patienten von Therapeuten ohne Spezialisierung). Es zeigte sich, dass mit der spezifischen Therapie deutlich weniger Komplikationen einhergingen (17 Prozent gegenüber 21 Prozent). Die Experten behandelten pro Jahr wesentlich mehr Parkinson-Patienten und es waren weniger Behandlungseinheiten nötig, woraus geringere Therapiekosten und Gesamtausgaben resultierten. Die Autoren schlussfolgern, dass Neurologen spezialisierte Therapeuten für Parkinson-Patienten empfehlen können, da weniger krankheitsbedingte Begleiterscheinungen auftreten und die Therapie kosteneffektiver ist.