Nach Patellaluxationen mit Läsionen des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL) kann dessen Rekonstruktion effektiv zur Prävention von Re-Luxationen der Patella sein. Begleitende Knorpeldefekte sind nicht in jedem Fall behandlungsbedürftig, jedoch stellt die Kombination aus strukturellen Schäden der patellofemoralen Knorpelregion und Schmerzen sowie funktionellen Einschränkungen im Kniegelenk eine Indikation für eine Wiederherstellungsoperation dar.

Verletzung beim Thaiboxen

Jakob studiert Jura und übt seit sechs Jahren regelmäßig diverse Sportarten aus, hauptsächlich Kraftsport. Seit etwa drei Jahren betreibt er regelmäßig Thaiboxen, wobei sein Trainingsumfang sich auf fünf bis sechs Einheiten in der Woche beläuft.

Am 26.01.2019 übte er Trittkombinationen für Arme und Beine am Sandsack, wobei er bei einem Kick des rechten Beines das linke Standbein nicht mehr stabilisieren konnte und damit wegknickte. Währenddessen luxierte seine linke Patella nach lateral, welche sich aber direkt wieder repositionierte. Jakob hatte dabei starke Schmerzen und konnte das Bein anschließend nicht belasten. Die gerufenen Rettungssanitäter transportierten ihn ins Krankenhaus, wo zunächst eine Röntgen-Aufnahme des betroffenen Kniegelenks sowie eine Punktierung des entstandenen Gelenkergusses erfolgten. Als Akutversorgung wurde ihm eine Orthese verschrieben und er sollte kühlen. Der nachbehandelnde Orthopäde stellte nach dem MRT zusammenfassend folgende Diagnose: Z. n. Patella-Luxation mit Ruptur des medialen patellofemoralen Ligaments sowie knorpeliger Absprengung am lateralen Femurkondylus (verursacht vermutlich durch die Repositionierung der Patella).