Das patellofemorale Schmerzsyndrom ist für viele Läufer ein bekanntes Problem. Therapeuten konzentrierten sich bei der Behandlung lange Zeit auf das Training der Oberschenkelmuskulatur. Doch seit einigen Jahren weist die Studienlage darauf hin, dass auch ein proximaler Behandlungsansatz erfolgversprechend ist.

Das patellofemorale Schmerzsyndrom (PFS) ist das häufigste Überlastungssyndrom des Knies (1–4) mit einer Rezidivrate von über 50 Prozent in den ersten fünf bis acht Jahren nach der Diagnose (2). Bleibt das PFS unbehandelt, birgt es auf lange Sicht die Gefahr der Osteoarthritis (1).

Die Pathophysiologie des PFS ist nicht vollständig geklärt (1, 5). Vermutlich sind ein erhöhter Valgusstress (2, 6) und das Maltracking der Patella (3) dafür verantwortlich, dass sich die Kontaktfläche zwischen Patella und Trochlea verringert (2, 6). Infolgedessen steigt der Druck auf das Patellofemoralgelenk sowie den subchondralen Knochen, der wiederum nozizeptive Signale an das zentrale Nervensystem sendet (1, 3).