Die sogenannte Bechterew-Gymnastik ist kein feststehender Begriff in der Therapie von Patienten mit ankylosierender Spondylitis. Entsprechend der fehlenden Vereinheitlichung und Konkretisierung von Trainingsprogrammen ist die Studienlage zur deren Effektivität dünn. Das macht es Physiotherapeuten schwierig, konkrete Empfehlungen auszusprechen. Aber es gibt Anhaltspunkte, wie ein effektives Trainingsprogramm gestaltet werden kann.

Unter Ärzten und Therapeuten ist es Konsens, dass sportliche Betätigung für Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS) ein wichtiger Bestandteil des Therapieplans sein sollte (1, 2). Untersuchungen zeigen moderate bis signifikante Verbesserungen in nahezu allen relevanten Bereichen der AS-Symptomatik, wie Beweglichkeit und Lebensqualität – gemessen mit dem Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index (BASFI) und Disease Activity Index (BASDAI) (2).

Doch aus zweierlei Gründen ist es für Therapeuten und Trainer schwierig, Patienten ein für sie adäquates Training zu empfehlen. Zum einen ist nicht geklärt, ob Bewegung auf Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen eine ähnlich antiinflammatorische Wirkung hat wie auf Gesunde und somit den Verlauf der AS auch auf der systemischen oder lediglich auf der lokalen Ebene positiv beeinflussen kann. Zum anderen gibt es kaum Richtlinien, welche Belastungsform für AS-Patienten passend ist und mit welcher Intensität, Dauer und Frequenz geübt werden sollte (1). Es gibt jedoch Anhaltspunkte zur Gestaltung eines adäquaten Trainingsprogrammes.