Forschungsfragen entstehen im besten Fall aus einem Praxisproblem oder einem neuen Versorgungsbedarf heraus. Wissenschaftliches Arbeiten ist kein Selbstzweck, sondern sollte zu einer Verbesserung der Patientenversorgung beitragen. Dass Bachelorabsolventen in der Therapie dazu beitragen können, zeigt ein Programm aus Münster.

Qualifizierung für patientennahe Tätigkeit

Bereits seit 2001 besteht die Möglichkeit, einen Bachelorabschluss in den Therapieberufen zu erlangen, seit 2009 im Rahmen von primärqualifizierenden Modellstudiengängen. Diese Studiengänge zielen darauf ab, sich für eine patientennahe Tätigkeit zu qualifizieren (1). Zuletzt zeigte die VAMOS-Studie, dass die Absolventen von primärqualifizierenden Bachelorstudiengängen erweiterte Handlungskompetenzen in die Patientenversorgung einbringen. Hierzu zählen insbesondere das evidenzbasierte und interprofessionelle Arbeiten (2). In einer Befragung des Hochschulverbunds Gesundheitsfachberufe gaben 92 Prozent der befragten Absolventen an, patientennahe Tätigkeiten zu übernehmen (3). Die Ergebnisse der VAMOS-Studie zeigen zudem, dass Arbeitgeber die neuen Kompetenzen der Absolventen als Mehrwert erleben. Gleichzeitig würden sich 84 Prozent der Therapeuten anspruchsvollere Aufgaben wünschen (3). Viele Absolventen verlassen die Patientenversorgung und führen hierfür Gründe an, die struktureller aber auch inhaltlicher Art sind (4). Häufig genannt werden fehlende Möglichkeiten, die im Studium erworbenen Kompetenzen in die Versorgungspraxis einzubringen. Institutionalisierte Maßnahmen, so ein Ergebnis der VAMOS-Studie, die eine Berufseinmündung der Absolventen unterstützen, sind bislang nur gering verbreitet (2).