Nachrichten & Menschen
pt Oktober 2021

Pflaster für innere Wunden

Lesezeit: ca. 1 Minute
AlexLMX / shutterstock.com

[jr] Die Verschließung von Wunden im Verdauungstrakt stellt eine große Herausforderung dar. Geplatzte Blinddärme sind nur ein Beispiel für Notfälle, die sofort versorgt werden müssen. Eine Operation birgt jedoch auch einige Risiken. Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben deshalb nun ein spezielles Polymer-Pflaster entwickelt, das genutzt werden kann, um Darmverletzungen und Operationswunden stabil zu verkleben und zuverlässig abzudichten. „Leckagen nach Bauchoperationen gehören auch heute noch zu den besonders gefürchteten Komplikationen“, erklärt Empa-Forscherin Inge Herrmann, die auch die Professur für Nanopartikuläre Systeme an der ETH Zürich bekleidet. Das entwickelte Pflaster besteht aus vier Komponenten, welche ein Hydrogel bilden, und vernetzt sich aktiv mit dem Darmgewebe, sodass keine Flüssigkeit mehr durchdringen kann. Jede der Komponenten trägt eine spezifische Eigenschaft bei: eine stabile Bindung an die Schleimhaut, die Ausbildung von Netzwerken, die Stabilität gegenüber Verdauungssäften und Wasserdichtigkeit. Der kostengünstige, bioverträgliche „Superkleber“, der hauptsächlich aus Wasser besteht, könnte Krankenhausaufenthalte verkürzen und Gesundheitskosten einsparen.

Quelle: Anthis AHC, et al. 2021. Chemically Stable, Strongly Adhesive Sealant Patch for Intestinal Anastomotic Leakage Prevention. Advanced Functional Materials. Vol 31 (16).

Dieser Artikel ist erschienen in

pt Oktober 2021

Erschienen am 12. Oktober 2021