Ein verständnisloser Blick, dann die Frage: „Übungen? Da steht doch ‚Manuelle Therapie‘ auf meinem Rezept!“ Welcher Therapeut kennt solche Situationen nicht? Wir sind gut ausgebildet, reflektieren den Behandlungsverlauf und identifizieren beitragende Faktoren für die Gesundheitseinschränkung unserer Patienten. Doch nicht selten erwarten diese eine passive Dienstleistung, eine reine Umsetzung der vermeintlich eindeutigen Arztverordnung.

Der Direktzugang und mehr professionelle Autonomie werden heiß diskutiert (1, 2) – sie erfordern eine wissenschaftlich fundierte Physiotherapie, die neben Red, Yellow, Blue und Black Flags (3, 4) auch die Effektivität und Effizienz der Behandlung in den Blick nimmt.

Wie sehen sich Therapeuten selbst in ihrem Berufsverständnis und wie werden sie von außen wahrgenommen? Wie kann eine evidenzbasierte Physiotherapie (evidence based practice – EBP) im Arbeitsalltag gelingen? Werfen wir mal einen Blick über den deutschen Tellerrand.