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Ja, so das Ergebnis dieser australischen Beobachtungsstudie. Untersucht wurden Patienten mit muskuloskelettalen Beschwerden, die sich samstags bis dienstags zwischen 16:30 Uhr und 20:30 Uhr in der Notaufnahme vorstellten und von einem Physiotherapeuten im Erstkontakt untersucht wurden. Klinische Zielgrößen waren die Verweildauer in der Notaufnahme, die Anzahl von Überweisungen zum Orthopäden und die Verschreibung von Analgetika. Auch interessierten sich die Forscher für Unterschiede zwischen Patienten, die im Erst- oder Zweitkontakt zu einem Physiotherapeuten kamen. Negative Nebeneffekte wurden weder beim Erst- noch Zweitkontakt beobachtet. Es traten keine fehlerhaften Diagnosen auf und Patienten wurden nicht erneut vorstellig. Die Therapeuten, die Patienten im Erstkontakt versorgten, benötigten weniger Zeit als die Kollegen im Zweitkontakt (durchschnittlich 130 versus 240 Minuten), überwiesen die Patienten seltener weiter zum Orthopäden und verschrieben weniger Analgetika. Die Autoren schlussfolgern, dass Physiotherapeuten Patienten mit muskuloskelettalen Beschwerden in einer Notaufnahme im Erstkontakt betreuen können.

Quelle: Henderson J, et al. 2020. Emergency department after-hours primary contact physiotherapy service reduces analgesia and orthopaedic referrals while improving treatment times. Aust. Health Rev. Feb 11. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract:pt.rpv.media/ncbi32040938