Eines der letzten Tabuthemen ist die fehlende oder nachlassende Manneskraft. Kann man(n) mit Physiotherapie etwas dagegen ausrichten? Unser Autor verfolgt einige Ansätze, die zumindest unterstützend wirken können bei der Fragestellung, die kaum jemand offen anspricht. Wir tun es jetzt mal: erektile Dysfunktion, Potenzstörung, Impotenz. War gar nicht so schwer.

Die Bezeichnung „erektile Dysfunktion“ entspricht dem heute gängigen Sprachgebrauch. Umgangssprachlich ist die erektile Dysfunktion besser bekannt als „Potenzstörung“ oder „Impotenz“. Da der Begriff Potenzstörung viele Krankheitsbilder beinhaltet und negativ belegt ist, versucht man eine Vermischung dieser Bezeichnungen zu vermeiden und spricht in Fachkreisen von erektilen Dysfunktionen.

Studie zu Beckenbodentraining und Biofeedback

Grace Dorey und Kollegen vom Somerset Nuffield Hospital in Taunton und der University of the West of England in Bristol, Großbritannien, untersuchten in einer randomisierten kontrollierten Studie den Zusammenhang zwischen Beckenbodentraining und erektiler Dysfunktion (1). An dieser Studie nahmen 55 Männer im Alter von über 20 Jahren teil, die schon seit mindestens sechs Monaten an dieser Störung litten. Die Probanden er Interventionsgruppe (n = 28) erhielten Beckenbodenübungen (von einem Physiotherapeuten unterrichtet), Biofeedback und Beratung zu Lebensstiländerungen. Die Patienten der Kontrollgruppe wurden lediglich zu Lebensstilfragen beraten (n = 27). Nach drei Monaten bekamen dann auch die meisten Männer der Kontrollgruppe (n = 25) noch die Intervention. Alle Männer erhielten für weitere drei Monate Übungen für zu Hause. Die Ergebnisse wurden mit dem Internationalen Index der erektilen Funktion (IIEF) (2) sowie analen Druckmessungen gemessen.