Eine konservative Therapie von Beschwerden am Sehnenapparat ist möglich. Allerdings sind die Behandlungsmethoden breit gefächert und teilweise nicht evidenzbasiert. Der folgende Beitrag stellt verschiedene therapeutische Ansätze vor und vergleicht ihren wissenschaftlichen Erkenntnisstand.

Einleitung

Die Behandlung von Sehnenbeschwerden kann für Patient und Therapeut langwierig und frustrierend sein (1). Die Beschwerden kommen oft ohne erkennbare Ursache und treten typischerweise beim Anlaufen der Bewegung, bei einer Überbelastung im gleichen Moment oder bei einer längeren Beanspruchung am Abend an der Achillessehne beziehungsweise unterhalb der Patella auf (2). Obwohl die Entstehung von chronischen Tendinopathien nicht genau geklärt ist, weisen einige Untersuchungen auf einen lang anhaltenden Entzündungsprozess hin (3). Jedoch fehlen meist die klassischen Entzündungszeichen wie Rötung oder Überwärmung. Deswegen geht man eher von degenerativ-reparativen Strukturveränderungen mit Mikrodefekten, Querschnittzunahme, Neoangiogenese und Elastizitätsminderung aus (2). In den letzten Jahren sind daraus mehrere Therapiemethoden entstanden, deren Wirksamkeit teilweise bestätigt ist; ihre Wirkungsweise konnte jedoch noch nicht genau definiert werden (4). Diese kurze, aber prägnante Literaturübersicht soll einen Leitfaden für die physiotherapeutische Praxis darstellen und über einige Therapiemöglichkeiten aufklären.