Die Zahlen der Krankenkassen sind alarmierend: Psychische Erkrankungen nehmen zu, bei Arbeitstätigen und Studenten – Tendenz steigend. Als Ursachen gelten Zeit- und Leistungsdruck. Bei einer Depression ist ein Psychiater und/oder der Aufenthalt in einer Klinik erforderlich, die notwendigen Medikamente können lebensrettend sein. Doch wie gestaltet sich in so einem Fall die konkrete Physiotherapie? Reichen ein bisschen Entspannung und Körperaktivität aus?

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Physiotherapie in der Psychiatrie

Während der Physiotherapie-Ausbildung stellen viele Lernende fest, dass oftmals noch andere Gesichtspunkte wichtig sind, um sein Gegenüber verstehen und optimal behandeln zu können. Die Psyche spielt dabei eine wichtige Rolle, vor allem bei erkrankten Personen. Körper und Seele sollten niemals getrennt voneinander betrachtet werden (1) – beide stehen in enger Beziehung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig (2). Die psychischen und physischen Symptome sind von Patient zu Patient verschieden und wirken sich je nach Krankheitsverlauf unterschiedlich aus. Daher ist es für die Betroffenen oftmals schwierig, die passenden Worte zu finden, um ihre Empfindungen richtig zum Ausdruck zu bringen. Grundlagen für eine erfolgreiche Therapie sind ein vertrauensvolles Verhältnis, die Empathie und Authentizität des Therapeuten sowie Akzeptanz und Wertschätzung des Patienten. Individualität steht auch in diesem Bereich an oberster Stelle. Ein Therapeut in der Psychiatrie sollte flexibel, geduldig und achtsam sein. Die meisten Patienten haben bereits jahrelange Klinikaufenthalte hinter sich, kennen das Gefühl der Enttäuschung, fühlen sich oft nicht verstanden oder wertgeschätzt. Genau hier sollte man ansetzen, um eine erfolgreiche Therapie zu ermöglichen.