In dieser retrospektiven Analyse wurden die Daten von 120 durchschnittlich rund 15 Jahre alten Jugendlichen nach Gehirnerschütterung ausgewertet. Je nachdem, wie früh die multimodale physiotherapeutische Behandlung eingeleitet worden war, teilten die Forscher die Patienten in drei Kohorten ein: 1) frühe Intervention: Therapiestart bis zu 20 Tage posttraumatisch (n = 33); 2) mittlere Intervention: Beginn 21 bis 41 Tage nach Verletzung (n = 39); 3) späte Intervention: ab 42 Tage nach Trauma (n = 48). Die klinische Zielgröße waren die Ergebnisse im Post-Concussion Symptom Inventory zu Beginn und am Ende der Physiotherapie. Außerdem wurden die Anzahl der ungeplanten Arztbesuche, die Dauer der Therapie insgesamt und die Anzahl der physiotherapeutischen Behandlungen erfasst. Die Ergebnisse der Auswertung zeigen, dass sich die drei Kohorten nicht in den Zielgrößen unterschieden und somit ein früher Beginn der physiotherapeutischen Behandlung nach Gehirnerschütterung sicher zu sein scheint. Weitere Studien sollten untersuchen, wie ein optimaler Nachbehandlungsplan für Jugendliche nach Gehirnerschütterung aussehen könnte.