Eine beratende „Hands-off-Physiotherapie“ hilft einem 37-jährigen Patienten mit Plattfuß, wieder schmerzfrei gehen und laufen zu können. Die bereits geplante Operation kann abgesagt werden. Der folgende Fallbericht zeigt Ihnen die Befunde und den Therapieverlauf.

Beschwerden

Die physiotherapeutische Untersuchung liefert folgende Ergebnisse:

  • Der Patient klagt über „intensive, diffuse“ Schmerzen im rechten Fuß in einem circa zehn Zentimeter langen Bereich posterior der tibialen Malleole, vor allem beim Belasten des Beines. Die Schmerzen traten vor circa vier Jahren ohne auslösendes Trauma langsam auf. Vor acht Jahren erlitt der Patient eine Fraktur der unteren BWS, die mit einer Spondylodese von vier Segmenten versorgt wurde, sowie ein Schädel-Hirn-Trauma mit einer Hemiplegie, von der eine rechtsseitige leichte Muskelhypotonie geblieben ist.
  • Nachts schmerzt der Fuß beim Liegen auf der rechten Seite, „als ob sich der Muskel an meinem Unterschenkel verkrampfen würde“. Tagsüber zwingt ihn der Schmerz bei den ersten Schritten zum Hinken. Barfußgehen und der Einbeinstand rechts sind nicht möglich.
  • Eine Schuheinlage, die vor sechs Monaten verordnet wurde, brachte bereits eine Linderung der Beschwerden.
  • In sechs Wochen ist eine Valgisierungs-OP des Kalkaneus beziehungsweise Versteifung des unteren Sprunggelenks geplant. Dies würde anschließend zu einer zweimonatigen Arbeitsunfähigkeit führen, was für den Familienvater mit zwei Kindern auch beruflich schwierig ist.
  • Der Schmerz ist chronisch. Es bestehen derzeit keine Kontraindikationen für größere Bewegungen, bis auf die Belastung barfuß rechts, die schmerzhaft ist. Die Schmerzbewältigung ist positiv, da der Patient sachlich und aktiv eine Lösung für sein Problem sucht.

Funktionsuntersuchung

Bei der Funktionsuntersuchung sind folgende Befunde auffällig: