Alice Freiberg und ihr Forscherteam konnten in ihrer kürzlich veröffentlichten Metaanalyse zeigen, dass bei männlichen Profifußballern ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Fußballspielen und dem Entstehen einer Gonarthrose besteht. Im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung ist das Risiko, an einer Gonarthrose zu erkranken, für Profifußballer um das 2,3-Fache erhöht. Bei einer Beschränkung auf radiologisch gesicherte Gonarthrosen zeigt sich dieses Risiko sogar um das 4-Fache erhöht. Durch verschiedene sportartspezifische Belastungen wird der Knorpel im Kniegelenk von Profifußballern sehr stark belastet. Zu diesen sportartspezifischen belastenden Tätigkeiten zählen beispielsweise Sprints, Seitschritte beim Dribbeln, das Schießen des Balls sowie ständige Beschleunigungs- und Abstoppvorgänge. Dabei können entstehende Stauchungen und Prellungen Mikroverletzungen des Kniegelenks verursachen. Die Probanden wurden auf bereits zuvor erfolgte Kniegelenkverletzungen untersucht. Konnten diese ausgeschlossen werden, so zeigte sich bei den Fußballspielern im Vergleich zu den normalen Probanden der Kontrollgruppen ein um das 2,7-fach erhöhte Risiko, an Gonarthrose zu erkranken. Bisher wird nur eine sekundäre Gonarthrose nach einer traumatischen Kniegelenkverletzung als Folge eines Arbeitsunfalles anerkannt, weshalb diese Ergebnisse von Bedeutung sind. Für Fußballspielerinnen liegen diesbezüglich keine Daten vor.

Quelle: Freiberg A, Bolm-Audorff U und Seidler A. 2021. The risk of knee ostheoarthritis in professional soccer players. A systematic review with meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 49-55.