Koreanische Wissenschaftler randomisierten Frauen mit Harninkontinenz und leichten kognitiven Einschränkungen oder Alzheimer-Demenz entweder in eine Kontrollgruppe (n = 46) oder eine Übungsgruppe (n = 52). Letztere absolvierte innerhalb von zwölf Wochen sechs Behandlungseinheiten zu je 60 Minuten (alle zwei Wochen eine Therapiesitzung), während die Kontrollpersonen ausschließlich Informationen und Empfehlungen für den Alltag (Blasentraining) erhielten. Die primäre klinische Zielgröße war die Häufigkeit der Inkontinenzvorfälle, als Messinstrument setzten die Forscher unter anderem den Fragebogen International Consultation on Incontinence Questionnaire-Short Form (ICIQ-SF) ein. 82 Frauen beendeten die Studie, davon 42 in der Beckenbodengruppe. Nach zwölf Wochen hatten die Übenden signifikant weniger Episoden von ungewolltem Harnabgang (1,6-mal seltener) als die Kontrollpersonen (0,5-mal seltener). Auch in der durchschnittlichen Anzahl der Blasenentleerungen und den Ergebnissen im ICIQ-SF verbesserte sich die Interventionsgruppe deutlicher. Beckenbodenübungen unter Anleitung könnten also eine wirksame Behandlungsmöglichkeit für ältere, kognitiv eingeschränkte Patientinnen mit Harninkontinenz sein.