Ob Kurznachricht, E-Mail oder Foto – ohne Handy geht heute fast nichts mehr. Unsere Daumen sind gestresst, ihre Strecksehnen werden dabei stark beansprucht; eine Sehnenscheidenentzündung kann die Folge sein. Klinisch wird diese unter anderem mit dem Eichhoff-Manöver oder Finkelstein-Test untersucht. Doch können Störungen im ersten Strecksehnenfach der Hand zuverlässig durch klinische Tests erkannt werden?

Von der „Waschfrauen-Verstauchung“ zum „SMS-Daumen“

Die stenosierende Tendovaginitis, eine Überlastungserscheinung im ersten Strecksehnenfach der Hand, wurde erstmals 1895 von Dr. Fritz de Quervain beschrieben. Seine Patienten litten unter „mehr oder weniger heftigen, von der Handwurzelgegend nach dem Daumen und dem Vorderarm ausstrahlenden Schmerzen, so dass sie einen ergriffenen Gegenstand oft nicht mehr halten können“ (1).

Verschiedene ätiologische Faktoren wurden bisher diskutiert, bleiben jedoch ohne ausreichende Bestätigung in der Literatur. Dazu gehören wiederholte Bewegungen in starker Handgelenksbeugung – wie zu de Quervains Zeiten bei den Waschfrauen am Fluss, heute dagegen eher bei Personen mit hoher Handynutzung – und vermutlich hormonelle Einflüsse (2).