Patienten mit chronischen Rückenschmerzen haben wir alle schon einmal behandelt. Sie haben unterschiedliche Beschwerden und psychosoziale Risiken sowie eine individuelle Krankheitsgeschichte und -Bewältigung. Deshalb kann es nicht die eine Therapie geben, die allen Betroffenen gleich gut hilft. Die Verringerung der Reizsummation ist ein Ansatz, den unser Autor am Fallbeispiel einer Patientin mit Rückenschmerzen erläutert.

Chronische Rückenschmerzen sind nach wie vor ein großes Thema in der Gesundheitsversorgung. Von den Leitlinien wird ein multimodales Vorgehen in der Therapie empfohlen (1). Die zugrunde liegenden Schmerzmechanismen und die psychosozialen Risikofaktoren sind zu berücksichtigen (2). Hierbei gibt es Fälle, in denen unter anderem die Reizsummation eine große Rolle spielt. Mit der Diagnose der ursächlichen Bewegungsdysfunktionen und einer entsprechenden Therapie kann vor allem physiotherapeutisch geholfen werden. Dabei ist das Betätigungsfeld der Physiotherapie von den anderen Fachdisziplinen ab- und einzugrenzen: So sind schwerwiegende psychosoziale Faktoren eher psychologisch zu behandeln.