Frau Müller ist glückliche Mutter von Zwillingen. Mit ihrem Bauch ist sie allerdings noch nicht zufrieden, obwohl die Geburt schon über drei Jahre zurückliegt. Der Grund ist eine Rektusdiastase; dazu kommen Belastungsinkontinenz und Rückenschmerzen, die bereits in der Schwangerschaft begannen und anhalten. Am Fallbeispiel verdeutlicht die Autorin ihren Therapieansatz bei der Patientin.

Ein normales Vorkommnis

Die Rektusdiastase ist ab der 35. Schwangerschaftswoche ein normales Vorkommnis. Bei 60 Prozent aller Frauen schließt sie sich innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt, bei 30 Prozent nach einem Jahr und bei zehn Prozent schließt sie gar nicht mehr von selbst. Die Ursachen und Unterschiede sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht genügend erforscht. Umso wichtiger ist es, dass Physiotherapeuten den Müttern, die nach dem sechsten Monat noch eine Rektusdiastase (mit oder ohne Beschwerden) und somit eine schwache Körpermitte aufweisen, durch kompetentes und fachliches Wissen zur Seite stehen. So reduziert sich das Risiko für weitere Begleiterkrankungen.