Seit mehr als zwanzig Jahren empfehlen viele Ärzte, die Säuglinge vom ersten Tag an – ständig oder von Zeit zu Zeit – auf den Bauch zu legen. Viele Kinderärzte, vor allem aber Orthopäden, sehen darin eine vorteilhafte Methode zur Behandlung von Hüftdysplasien und zu ihrer Prophylaxe. 

Daneben verbreitet sich immer mehr die Ansicht, die psychische und motorische Entwicklung des Säuglings würde günstig beeinflusst, wenn er – bevor er sich aufrichtet – so lange wie möglich auf dem Bauch spielen könnte. Seine Rumpfmuskulatur würde sich kräftigen, wenn er sich in dieser Lage aktiv bewegen und kriechend fortbewegen könnte. Auch sei es von Vorteil, dass die motorische Entwicklung des Kindes, das auf dem Bauch erzogen wird, schneller vor sich ginge (1). Einige Autoren halten die Bauchlage von Geburt an für physiologisch, während die Rückenlagenur ein Erbe der Zivilisation sei (1,2). Andere Argumente haben ausschließlich therapeutischen Charakter, mit ihnen werden wir uns hier nicht beschäftigen. 
Was die übrigen Vorteile der Bauchlage angeht, stimmen wir denjenigen völlig zu, die schreiben, dass die Phase, in der das Kind den größten Teil seines Tages auf dem Bauch verbringt, eine große Rolle bei der Verhinderung von Hüftdysplasien oder für den Ausgleich verschiedener Asymmetrien spielt. Auch wir erkennen die wesentliche Bedeutung der motorischen und psychischen Entwicklung des Kindes in dieser Phase an. Wir sind mit denen einverstanden, die wünschen, dass der Säugling, bevor er sich aufsetzt oder aufsteht, so viel wie möglich auf dem Bauch kriecht oder auf Knien und Händen krabbelt und sich von der Bauchlage aus nur dann aufsetzt oder aufsteht, wenn er das selbstständig und aus eigener Initiative heraus vermag (3,4).
Wir haben jedoch Zweifel, ob es, um dies alles zu erreichen, sinnvoll ist, den Säugling gleich von Geburt an auf den Bauch zu legen.