Sarkopenie ist eines der auffälligsten Erscheinungsbilder im Alter. Nicht nur die abnehmende Muskelmasse, sondern auch der Erhalt der Muskelfunktion und körperlichen Leistungsfähigkeit sollte in der Befunderhebung und Behandlung Älterer gezielt beachtet werden. Der Beitrag informiert über den aktuellen Wissensstand und gibt Hinweise für den Praxisalltag.

Sarkopenie bezeichnet den fortschreitenden Verlust von Muskelmasse im Alter (Abb. 1). Sie wirkt sich negativ auf den Alltag der betroffenen Patienten aus: Das Sturzrisiko ist erhöht, Probleme bei Aktivitäten des täglichen Lebens sind möglich, begleitende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und kognitive Einschränkungen treten auf. Die Erkrankung kann außerdem zu Mobilitätseinschränkungen und verringerter Lebensqualität führen (1, 2). Der Verlust an Selbstständigkeit im Alltag und eine Versorgung in einer Pflegeeinrichtung werden wahrscheinlicher. Sarkopenie und ihre Begleiterscheinungen verursachen zudem erhöhte Gesundheitskosten durch vermehrte Krankenhausaufenthalte (1).