Diese randomisierte kontrollierte Studie (PHYS-STROKE) wurde von 2013 bis 2017 multizentrisch in sieben stationären Reha-Kliniken in Berlin und Greifswald durchgeführt. Die Wissenschaftler untersuchten bei 200 Patienten mit subakutem Schlaganfall, ob ein Ausdauertraining sicher und effektiv ist. Inklusionskriterien waren unter anderem ein Wert im Barthel-Index von 65 oder weniger und die Fähigkeit, selbstständig für mindestens 30 Sekunden frei zu sitzen. Ausgeschlossen wurden Patienten unter anderem, wenn sie intrakranielle Blutungen infolge rupturierter Aneurysmen hatten oder wenn ernsthafte kardiologische oder psychiatrische Erkrankungen vorlagen. 41 Prozent der Patienten in dieser Studie waren Frauen, das Durchschnittsalter betrug 69 Jahre. Der Schlaganfall lag zu Trainingsbeginn zwischen fünf und 45 Tagen zurück, der Punktwert der National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS) betrug im Schnitt acht Punkte und reichte von fünf bis zwölf Punkten. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert und absolvierten in Ergänzung zur Standardtherapie ein Ausdauertraining (n = 105) oder Entspannungsübungen (Kontrollgruppe, n = 95). Das Ausdauerprogramm bestand aus aerobem Training auf dem Laufband, auch unter anteiliger Abnahme des eigenen Körpergewichtes. Die Zielherzfrequenz legten die Forscher pragmatisch fest, indem sie von 180 das Lebensalter des jeweiligen Patienten abzogen. Dies entspricht etwa 50 bis 60 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Beide Interventionen dauerten jeweils 25 Minuten und wurden über vier Wochen täglich von Montag bis Freitag durchgeführt. Primäre Zielgrößen waren die maximale Gehgeschwindigkeit im Zehn-Meter-Gehtest und Alltagsfunktionen (Bartel-Index) vor Interventionsbeginn und drei Monate nach dem Schlaganfall. Zusätzlich erfassten die Forscher unerwünschte Ereignisse in diesem Zeitraum, wie zum Beispiel weitere Schlaganfälle, erneute Krankenhauseinweisung oder Todesfälle.