In dieser randomisierten kontrollierten Studie aus Südkorea verglichen die Wissenschaftler zwei Therapiemaßnahmen bei 45 Patienten nach kleineren Schlaganfällen. Die Interventionsgruppe führte eine hochintensive laterale Skater-Übung aus, bei der die Gewichtsbelastung von einem auf das andere Bein wechselt, der Rumpf vorgebeugt ist und die Arme diagonal bewegt werden, ähnlich wie bei Speed-Skatern oder Eisschnellläufern. Die gesprungene Übung soll das Gleichgewicht und die aerobe Kapazität verbessern, den M. quadriceps und die Glutealmuskulatur kräftigen. Abhängig von der individuellen Ausdauerfähigkeit absolvierten die Patienten von dieser Übung sieben bis zehn Sätze mit je zehn Wiederholungen, dazwischen aktive Pausen von jeweils einer Minute. Die Intensität wurde mit der Borg-Skala (unter 14) gesteuert. Abbruchkriterien für das Training waren der Wunsch des Patienten und Symptome, wie Schwindel oder Kurzatmigkeit. Dieses hochintensive Intervalltraining (HIIT) fand über zwölf Wochen dreimal wöchentlich für 30 Minuten statt. Die Kontrollgruppe absolvierte in gleicher Dauer und Frequenz ein Laufbandtraining bei 40 bis 50 Prozent der Übungskapazität, errechnet auf Grundlage der Herzfrequenzreserve.

Die Patienten waren zwischen 20 und 65 Jahre alt und hatten geringe Beeinträchtigungen (National Institutes of Health Stroke Scale Scores ≤ 3). Ausgeschlossen wurden Patienten unter anderem aufgrund von kognitiven Beeinträchtigungen (Werte < 20 in der Mini-Mental-State-Untersuchung), Aphasie, Herzinfarkt, Schizophrenie und akuten Knochenverletzungen. Die Messungen erfolgten vor und nach der Intervention sowie nach weiteren vier Wochen. Primäre Zielgröße war die gesundheitsbezogene Lebensqualität, ermittelt mit der Euro-Quality of Life-5 Dimension (EQ-5D). Zu den sekundären Zielgrößen gehörten die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit und das Gleichgewicht.

Neun Patienten (vier in der HIIT-Gruppe, fünf in der Kontrollgruppe) beendeten die Studie aus folgenden Gründen nicht: Unfall, Krebsdiagnose, persönliche Gründe. Direkt nach Trainingsende hatte die Interventionsgruppe (n = 18) signifikant bessere Werte bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EQ-5D), maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2peak), von der maximalen Herzfrequenz abhängigen Sauerstoffaufnahme (peak oxygen pulse), Atemzeitvolumen (VEpeak) und Gleichgewicht (Dynamic Gait Index – DGI, Berg Balance Scale – BBS). Dieser Erfolg war nach weiteren vier Wochen immer noch messbar. Während der Übungen gab es keine unerwünschten Ereignisse. Im Gruppenvergleich zeigte sich die Interventionsgruppe nach zwölf und 16 Wochen der Kontrollgruppe (n = 18) in diesen Zielgrößen überlegen. Die statistische Auswertung verdeutlichte zudem einen direkten Zusammenhang von Lebensqualität mit kardiorespiratorischer Leistungsfähigkeit (VO2peak, VEpeak) und Gleichgewicht (DGI, BBS). Die Autoren schlussfolgern, dass Schlaganfall-Patienten mit geringen Beeinträchtigungen ein HIIT mit Skater-Übung durchführen sollten, um Lebensqualität, kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit und Gleichgewicht effektiv zu verbessern.

Quelle: Soh SH, et al. 2019. A randomized controlled trial of the lateral push-off skater exercise for high intensity interval training versus conventional treadmill training. Arch. Phys. Med. Rehabil. Sep 25. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31562872