Forschung & Evidenz
pt November 2022

Schlaganfall: Ist eine Rehabilitation mit haptischen Handschuhen und semi-immersiver virtueller Realität effektiv?

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Nach Recherchen des Autorenteams aus Spanien sind weltweit etwa 15 Millionen Menschen jährlich von einem Schlaganfall betroffen. Eine eingeschränkte Funktion der Hand ist sehr häufig und hat einschneidende Folgen für die Selbstständigkeit im Alltag. Es gibt mittlerweile einige Arbeiten, die sich mit der Effektivität von virtueller Realität (VR) zur Verbesserung der motorischen Funktionsfähigkeit der oberen Extremität nach einem Schlaganfall auseinandergesetzt haben. Zu den diskutierten Vorteilen gehört die Beeinflussung neuroplastischer Prozesse durch zielorientierte Aufgaben, Feedback in Echtzeit, verschiedene Schwierigkeitsstufen sowie Motivation und Spaß. Darüber hinaus gibt es mittlerweile haptische Systeme – meist spezielle Handschuhe –, die eine bessere Interaktion zwischen Nutzenden und virtuellen Objekten ermöglichen. Die Wirksamkeit von speziellen Handschuhen für die Rehabilitation in Kombination mit semi-immersiver VR im Vergleich zu konventionellen Therapiemaßnahmen wurde bisher noch nicht zusammengetragen.

Forschende nahmen sich dieser Fragestellung daher an und recherchierten bis einschließlich Mai 2022 in wissenschaftlichen Datenbanken nach relevanten Primärstudien zu diesem Thema. Für den Einschluss eigneten sich randomisierte kontrollierte Studien mit Schlaganfall-Betroffenen in jedem Stadium, die im Rahmen ihrer Rehabilitation mit haptischen Handschuhen in Kombination mit semi-immersiver VR trainiert hatten. Die Betroffenen durften nur milde Spastik-Symptome in den Muskeln von Schulter, Ellenbogen und Hand gehabt haben; als Grenze definierten die Forschenden einen Wert von drei oder weniger auf der modifizierten Ashworth Scale. Zudem mussten standardisierte Messverfahren zur Evaluation der Funktionsfähigkeit der oberen Extremität eingesetzt worden sein.