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Die Sekundärprävention, also die Vermeidung eines erneuten Schlaganfalls, ist ein wichtiges Ziel. Daher suchten Forscher im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse bis Oktober 2017 in den bekannten wissenschaftlichen Datenbanken nach Studien zum Thema. Geeignet für die Analyse waren randomisierte kontrollierte Studien mit Patienten nach einem Schlaganfall oder nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA). Zu den geprüften Interventionen gehörten Ausdauer- oder Krafttraining – immer im Vergleich mit Kontrollgruppen – und es wurden die Effekte auf vaskuläre Risikofaktoren analysiert. Die Forscher schlossen 20 Studien mit insgesamt 1.031 Patienten in die Auswertung ein. Zehn Studien hatten ein geringes Risiko von Verzerrungen, bei sieben Studien war das Risiko moderat und bei drei Studien hoch. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer in den Studien reichte von 52 bis 69 Jahren. In 16 Studien waren ausschließlich Patienten nach Schlaganfall eingeschlossen, zwei Untersuchungen konzentrierten sich auf Patienten nach einer TIA und zwei Studien schlossen beide Krankheitsbilder ein. In elf Studien begannen die Patienten innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Ereignis mit dem Training, in neun Studien erst nach einem halben Jahr. In zwölf Studien wurden die Trainingsinterventionen mit der herkömmlichen Versorgung verglichen, in vier Studien mit anderen therapeutischen Ansätzen (zum Beispiel Gleichgewichtstraining), in drei Studien mit Stretching und in einer Studie mit Edukation. Die Dauer der Trainingsinterventionen reichte von sechs Wochen bis hin zu sechs Monaten, die wöchentliche Frequenz lag zwischen einem und fünf Terminen (30 bis 90 Minuten). Die Trainingsinterventionen führten zu einer signifikanten Verminderung des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Diese Effekte waren vor allem in Studien messbar, die mit dem Übungsprogramm innerhalb der ersten sechs Monate nach Schlaganfall oder TIA begannen und eine edukative Komponente beinhalteten. Außerdem führten die Interventionen zu einer Reduktion des Gesamtcholesterinwerts. Nüchternglukose und Body-Mass-Index änderten sich hingegen nicht. Die Autoren schlussfolgern, dass Trainingsinterventionen, am besten in Kombination mit edukativen Elementen, bei Patienten nach Schlaganfall oder TIA zu einer klinisch relevanten Reduktion des Blutdrucks beitragen.