[jr] Während es für die Nachbehandlung diverser Erkrankungen eine standardisierte Vorgehensweise gibt, fehlt nach einem Schlaganfall ein solches festgelegtes Schema. Zukünftig könnte sich das mit dem österreichischen „Stroke-Card“-Konzept ändern. Eine Forschungsarbeit der Medizinischen Universität Innsbruck demonstriert, wie die Nachsorge nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus für Schlaganfall-Patienten deutlich verbessert werden kann. Die Studie wurde von der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie initiiert und hat in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien 2.149 Patienten mit in die Untersuchung eingeschlossen. Schlaganfall-Patienten, die nach dem neuen „Stroke Card“-Konzept behandelt wurden, hatten eine höhere Lebensqualität, weniger kardiovaskuläre Folgeerkrankungen und bessere Ergebnisse. Von den 2.149 inkludierten Patienten wurden 1.438 nach dem Behandlungskonzept „Stroke-Card“ behandelt. 711 Probanden erhielten die Standardbehandlung. Neben einer gesteigerten Lebensqualität zeigte sich, dass auch die Rate der kardiovaskulären Folgeerkrankungen sank. Das Risiko reduzierte sich um etwa ein Drittel. Fester Bestandteil des Konzepts ist die weiterführende Behandlung durch das multidisziplinäre Stroke-Team des Akutkrankenhauses. Dieses Team ist auch nach der stationären Entlassung für weitere drei Monate neben dem Hausarzt Ansprechpartner. Nach der Entlassung ist es vorgesehen, dass Patienten ihre Risikofaktoren mit einer personalisierten App überwachen. Mittels Fragebogen werden Daten zur Lebensqualität und Folgeerkrankungen erhoben. Nach drei Monaten kommen die Patienten erneut für eine umfassende, ambulante Nachsorgeuntersuchung durch das Stroke-Team ins Krankenhaus.

Quelle: Willeit P, et al. 2020. Stroke-Card care to prevent cardiovascular events and improve quality of life after acute ischaemic stroke or TIA: A randomised clinical trial. The Lancet. July 28  [Epub ahead of print]