Die virtuelle Realität (VR) oder Computerspiele (Gaming) werden zunehmend auch in der Rehabilitation verwendet. Sie zeigten bisher schon gute Ergebnisse. Um den aktuellen Forschungsstand abzubilden, recherchierten US-amerikanische Forscher die wissenschaftliche Literatur, die zwischen Januar 2005 und Mai 2019 in den bekannten Datenbanken publiziert wurde. Sie schlossen randomisierte oder prospektive Studien ein, die erwachsene Patienten nach einem Schlaganfall und Einschränkungen der oberen Extremität untersucht hatten und ein geringes Verzerrungsrisiko aufwiesen (Downs-Black Score ≥ 18/27). Es sollten darin der Wolf Motor Functioning-Test (WMFT), der Fugl-Meyer-Test (FM) oder der Action Research Arm-Test (ARAT) verwendet worden sein. Die Kontrollgruppen hatten eine andere aktive Therapie erhalten, zum Beispiel Bobath und Alltagsspezifisches Üben.

Insgesamt 38 Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Meta-Analyse führte zu folgenden Ergebnissen: Die Rehabilitation mit VR- oder Comuterspielen bewirkte eine rund 29-prozentige Verbesserung, wobei der Therapieumfang und die Schwere der Einschränkungen das Therapieergebnis nicht signifikant beeinflussten. Dies traf sowohl auf Patientengruppen mit akutem als auch chronischem Schlaganfall zu, mit größerem Effekt bei Patienten, deren Schlaganfall weniger als sechs Monate zurücklag. Gegenüber einem rein visuellen Feedback war der Funktionsgewinn generell größer, wenn die computergestützte Rehabilitation Gamingelemente beinhaltete. Der Behandlungseffekt fiel im Vergleich zur aktiven Therapie in den Kontrollgruppen rund zehn Prozent höher aus.

Quelle: Karamians R, et al. 2019. Effectiveness of virtual reality – and gaming-based interventions for upper extremity rehabilitation post-stroke: a meta-analysis. Arch. Phys. Med. Rehabil. Dec 7. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract:pt.rpv.media/ncbi31821799