Aus der Forschung sind inzwischen viele positive Effekte eines speziellen Schritttrainings (Stepping) bekannt. Daher verglichen Wissenschaftler in Oslo/Norwegen nun in einer quasi-experimentellen Studie die Daten der dreiwöchigen üblichen Standard-Rehabilitation bei Schlaganfallpatienten im Jahr 2017 mit dem neuen Schritttraining 2018. Alle Patienten wurden nach aktuellen Standards täglich 45 bis 60 Minuten behandelt, die Interventionsgruppe (n = 54) führte das intensive Stepping-Training durch, während die Kontrollgruppe (n = 56) die übliche multimodale Physiotherapie erhielt. Die Interventionsgruppe absolvierte bei 70 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz sowohl Laufbandtraining, als auch Gehübungen – mit und ohne Hindernisse, auf verschiedenen Untergründen und Treppen. Die Intensität wurde individuell gesteigert, der Zielwert auf der Borg-Skala lag bei 14 oder höher. Die Patienten erhielten bei Bedarf Unterstützung beim Gehen, ohne spezielle Korrektur von Gangparametern. Andere physiotherapeutische Maßnahmen, wie das Üben von Transfers oder Gleichgewicht im Stand, fanden zeitlich sehr begrenzt statt, der Fokus lag auf der Verbesserung der Gehfähigkeit. Der Schlaganfall lag bei den erwachsenen Patienten höchstens zwei Monate zurück, als sie die Rehabilitation antraten. Ausgeschlossen wurden stark gehbehinderte Patienten (Functional Ambulation Category – FAC Score 5, Berg Balance Scale – BBS ≤ 2 für Sitzbalance), die eine Gehstrecke von weniger als 50 Metern aufwiesen. Weiterhin sollten weder unbehandelte kardiopulmonale, metabolische, infektiöse oder psychiatrische Komorbiditäten, noch orthopädische oder neurologische Erkrankungen mit Limitation der Gehfähigkeit vorliegen.