Neurologie

Nach einem Schlaganfall ist häufig die Handfunktion eingeschränkt mit Auswirkungen auf die Durchführung der Aktivitäten des täglichen Lebens. Es gibt mittlerweile Roboter für die obere Extremität, welche die Rehabilitation ergänzen sollen. Diese sind bisher aber nur selten auf die sensomotorischen Funktionen der Hand fokussiert. Forscher untersuchten daher, ob eine roboterassistierte Therapie in Kombination mit einem neurokognitiven Ansatz effektiv ist. Dabei wird das motorische Training unter anderem mit somatosensorischen und kognitiven Aufgaben kombiniert. Verglichen wurde mit konventioneller neurokognitiver Therapie ohne Gerät. Die Patienten erhielten innerhalb des Standard-Programms zusätzlich 15 Einheiten zu je 45 Minuten über einen Zeitraum von vier Wochen. Primäre Zielgröße war das Fugl-Meyer-Assessment. 33 Patienten in der subakuten Phase nach einem Schlaganfall nahmen an der Studie teil, 14 waren der roboterassistierten Maßnahme zugeteilt, 13 dienten als Kontrollgruppe. Die neurokognitive roboterassistierte Therapie schnitt nicht schlechter ab, als die konventionelle Maßnahme. Daher schlussfolgern die Forscher, dass Patienten sich bereits in einer frühen Phase an technische Optionen gewöhnen könnten. So könnte die Dosierung der Handtherapie für die Patienten künftig gesteigert werden.

Quelle: Ranzani R, et al. 2020. Neurocognitive robot-assisted rehabilitation of hand function: a randomized control trial on motor recovery in subacute stroke. J. Neuroeng. Rehabil. 17, 1: 115 Volltext frei

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi32831097