Forschung & Evidenz
pt Oktober 2022

Schlaganfall: Wie effektiv ist Motor Imagery in Kombination mit progressivem Zirkeltraining?

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Crystal Eye Studio / shutterstock.com

Einschränkungen der funktionellen Mobilität gehören zu den größten Problemen von Betroffenen nach einem Schlaganfall. Nach Recherchen des Autorenteams finden es rund 75 Prozent der Patienten essenziell wichtig, sich in ihrer Umgebung bewegen zu können. Nach einem Jahr leiden circa 30 Prozent der Patienten mit einem milden Verlauf noch unter Einschränkungen in dem Bereich. Bei schwerer betroffenen Personen nimmt die Häufigkeit von Mobilitätsdefiziten noch zu. In diesem Kontext ist vor allem das dynamische Gleichgewicht relevant, das nach einem Schlaganfall oftmals beeinträchtigt ist. Ein aufgabenspezifisches Training kann den Betroffenen helfen, ebenso wie Zirkeltraining. Letzteres hat zusätzlich auch noch eine positive soziale Komponente. Zunehmend kommt auch Motor Imagery (MI) zum Einsatz, um motorische Kontrolle und Lernen zu verbessern. Derzeit stellt sich daher die Frage, ob MI in Kombination mit Zirkeltraining einen größeren Effekt hat als das Zirkeltraining alleine.

Die Forschenden schlossen insgesamt 40 Betroffene nach einem Schlaganfall in ihre Studie ein. Für die Inklusion geeignet waren Erwachsene mit unilateraler Hemiparese bis 75 Jahre, bei denen das Ereignis zwischen drei Monaten und einem Jahr zurücklag. Zudem mussten die Teilnehmenden in der Lage sein, mindestens zehn Meter mit oder ohne Hilfsmittel zu gehen. Für verschiedene Scores gab es Grenzwerte: Die Punktanzahl der Functional Ambulation Category (FAC) musste zum Beispiel mindestens drei betragen, damit Probanden in die Studie aufgenommen werden konnten. Patienten mit Kommunikationsproblemen oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen wurden ausgeschlossen.