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Geschätzt 50 Prozent der Schleudertrauma-Patienten haben ein Jahr später noch Beschwerden. Schützt ein multimodales Therapieprogramm in der akuten Phase nach Schleudertrauma (Whiplash-Associated Disorders – WAD) vor einer Chronifizierung der Beschwerden? Einschlusskriterien waren ein Alter zwischen 18 und 70 Jahren, WAD Grad eins oder zwei infolge eines Autounfalls und eine Schmerzintensität von mehr als vier auf einer visuellen analogen Schmerzskala (VAS). Wissenschaftler rekrutierten für ihre quasirandomisierte Studie 41 Patienten, davon rund 66 Prozent Frauen, direkt nach dem Unfall (innerhalb 48 Stunden) und teilten sie auf Wunsch entweder für 15 Tage einer Standardtherapiegruppe (n = 16) oder einer Eigenübungsgruppe nach verhaltenstherapeutischen Prinzipien (n = 25) zu. Alle Probanden erhielten ein Edukationsheft zum Thema WAD. Die Verhaltenstherapiegruppe übte nach Instruktion durch einen Physiotherapeuten zunächst mit, später ohne Halskrause täglich Bewegungen der Halswirbelsäule (HWS) und Schultern im schmerzfreien Bereich und kräftigte ihre Muskulatur isometrisch. Die Probanden der Standardtherapiegruppe erhielten eine Halskrause, Schmerzmedikamente und eine Krankschreibung für sieben bis 14 Tage. Vor Studienbeginn, zwei Wochen später sowie vier und zwölf Wochen nach dem Unfall wurden als primäre Zielgrößen Schmerzintensität und Behinderung mit dem Neck Disability Index (NDI) gemessen, sekundär wurden Symptome wie Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsstörungen abgefragt.