Die Schmerzedukation ist ein wichtiger Teil des Schmerzmanagements – sowohl für Patienten als auch für deren Therapeuten. Verschiedene Forscherteams beschäftigen sich mit der Frage, wie Therapeuten Schmerzpatienten noch besser helfen können. Während des 10. Europäischen Schmerzkongresses im September 2017 in Kopenhagen wurden einige neue Erkenntnisse zu diesem Themenkomplex vorgestellt.

Ein Beitrag von Marjan Laekeman

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Eigenverantwortung stärken

Edukative Interventionen sollten so früh wie möglich eingesetzt werden, um Schmerzpatienten effektiv auf ihrem Weg zum Selbstmanagement begleiten zu können. Jede Schmerzerfahrung ist individuell, und gerade bei anhaltenden Schmerzen sollte der Umgang damit in der Eigenverantwortung des Patienten liegen. Dies setzt aber voraus, dass der Patient versteht, was im Körper geschieht und wie die Schmerzen erklärt werden können. Edukation ist keine passive Therapie, sondern soll den Patienten dazu motivieren, diese neuen Informationen auch aktiv zu nutzen. Dazu können Therapeuten zum Beispiel einen besonderen Coaching-Ansatz verwenden (1): Durch gezielte, inspirierende Fragen, fachgerechtes Zuhören und Reflexion unterstützt der Therapeut den Patienten dabei, nicht hilfreiche Überzeugungen in Bezug auf die Schmerzen abzubauen, wichtige Ziele trotz Schmerzen (Selbstwirksamkeit) zu erkennen und die nötigen Ideen für die Erreichung seiner Ziele zu entwickeln. Eine bedeutende Voraussetzung für das Selbstmanagement ist außerdem, dass der Patient den unter Umständen anhaltenden Charakter des Schmerzes verstehen und akzeptieren lernt.