Schmerz entsteht im Gehirn und ist abhängig von vielen Faktoren – auch von Aufmerksamkeit, Emotionen und Stress. Schmerzphysiologie ist komplex und die biologischen Prozesse auf laienverständliche Weise zu vermitteln ist eine Herausforderung. Hier kann der Ansatz „Schmerzen verstehen“ helfen.

Es ist eine menschliche Erfahrung: Schaden und Schmerzen hängen direkt zusammen. Wenn der Schaden eliminiert ist, so werden die Schmerzen weniger. Dieser Ansatz ist nicht falsch. Doch es ist wichtig zu verstehen: Ein Schaden kann Schmerzen verursachen, sie müssen aber nicht notwendigerweise entstehen. Wenn Schmerzen vorhanden sind und wir die Aufmerksamkeit auf die jeweilige Körperregion lenken, dann reagieren wir – einen Holzsplitter im Finger würden wir zum Beispiel entfernen. Ist der Splitter entfernt, dann gibt es für das Gehirn keine Notwendigkeit mehr, weiterhin Schmerzen zu produzieren, denn die Bedrohung ist beseitigt.