[mk] Das Sexualhormon Progesteron spielt eine wichtige Rolle für den Menstruationszyklus und die Schwangerschaft. Es reguliert zum Beispiel das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, damit sich eine befruchtete Eizelle darin ansiedeln und weiter heranreifen kann. Für die Funktionsweise von Hormonen sind die zugehörigen Rezeptoren maßgeblich, da sie eine Schnittstelle zwischen den anzusteuernden Zellen und den Hormonen selbst darstellen.

Ein internationales Forscherteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Karolinska Institutet in Schweden konnte nun belegen, dass etwa 30 Prozent aller Frauen in Europa den Hormonrezeptor für Progesteron von Neandertalern geerbt haben. Diese Genvariante steht mit erhöhter Fruchtbarkeit, weniger Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft und weniger Fehlgeburten in Verbindung. Datengrundlage war eine Analyse von Biobankdaten von etwa 245.000 Frauen.