Bereits seit einem halben Jahr litt die 28-jährige Patientin unter Schwindel. Der Drehschwindel trat morgens beim Aufstehen, in Menschenmengen und im Supermarkt auf. Mit geschlossenen Augen und beim Autofahren war er jedoch weg. Außerdem klagte sie über eine permanente Benommenheit und Standunsicherheit. Nun sollte sie eine spezialisierte Schwindeltherapie erhalten.

Vom Supermarktsyndrom zum psychogenen Schwindel

Nicht selten berichten Patienten über Schwindel, Standunsicherheit, vegetative Symptome bis hin zu Panikattacken – in Menschenmengen, im Supermarkt, am Bahnhof sowie durch sich bewegende visuelle Objekte oder Muster. Dieser Schwindel wurde auch als supermarket syndrome bezeichnet (1). Bronstein (2, 3) beschrieb es als visual vertigo (VV). Um den Begriff VV zu ersetzen, übernahm die Barany-Gesellschaft den Begriff visually induced dizziness (VID) in die ICVD-Nomenklatur für vestibuläre Symptome (4). Dieses Symptombild ist aber auch Teil des phobischen Schwankschwindels (5), der in einer internationalen Konsensfindung neu als Persistent Postural-Perceptual Dizziness (PPPD) (6) bezeichnet wird.