Das Modellvorhaben zum Direktzugang in der deutschen Physiotherapie zeigte positive Ergebnisse. Damit werden Vorgehensweisen notwendig, die sich mit der sicheren Durchführung von physiotherapeutischen Behandlungen befassen, ohne vorherige ärztliche Konsultation. Am Beispiel der Ottawa Ankle Rules verdeutlicht dieser Beitrag, wie Hinweise auf Fußfrakturen von Physiotherapeuten erkannt werden können.

Hintergrund

Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) und die Krankenkasse BIG direkt gesund starteten 2011 ein Modellvorhaben, dessen Ergebnisse 2018 veröffentlicht wurden (1). Als unabhängiges Institut hat sich eine Schweizer Hochschule mit der Fragestellung befasst, ob die deutsche Bevölkerung einen Direktzugang zur Physiotherapie haben sollte. Voraussetzung dafür war das Gesetz zum Modellvorhaben in der Pflege und für Heilmittelberufe. Der direkte Zugang bedeutet konkret, dass Patienten auch ohne die Überweisung eines Arztes direkt bei einem Physiotherapeuten Hilfe suchen können. In der Studie wurden 630 Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen in eine Kontroll- und eine Modellgruppe aufgeteilt. In der Kontrollgruppe wurde nur nach ärztlicher Verordnung behandelt; in der Modellgruppe durften die Therapeuten frei über Dauer und Frequenz der Behandlungseinheiten bestimmen. (1)