Therapie und Sport sind zuweilen zwei Welten, obwohl beide die bestmögliche Funktion erzielen wollen. Sie können voneinander lernen: Während aktuell das hochintensive Training in der Therapie Einzug hält, verbreitet sich das Prinzip der segmentalen Stabilisation im Sport. Auch Leistungssportler benötigen eine optimale segmentale Stabilisation, um maximale Leistungen im Bereich der Extremität abrufen zu können.

Einleitung

Ist ein Sportler nicht in der Lage, seine Muskulatur gezielt zu aktivieren, kann dies unter Umständen zu langfristigen Problemen in der unteren Extremität führen – unter anderem auch im Bereich des Schambeins. Die Muskulatur der Hüfte und des unteren Rückens wird sowohl für die Krafterzeugung als auch für die Stabilisierung des Unterkörpers benötigt. Probleme ergeben sich dann, wenn die Muskulatur nicht so arbeitet, wie sie sollte. Da diese Funktionen, beispielsweise die Stabilisierung des Beckens, aber übernommen werden müssen, erfolgt eine Kompensation durch andere Muskeln der Oberschenkelrückseite oder die Gesäßmuskulatur. Wiederholte Zug- und Scherbelastungen durch eine funktionelle Beeinträchtigung des Beckens können wiederum zu einer Überlastung von Adduktoren und Bauchmuskulatur sowie zu einer verminderten Beweglichkeit im Hüftgelenk führen. Eine eingeschränkte Mobilität der Hüfte in Kombination mit einer Instabilität des Iliosakralgelenks (ISG) bewirkt eine zu hohe wiederholende Scherbeanspruchung am Beckenring. Muskuläre Dysbalance und Instabilitäten können eine Entzündung der Schambeinfuge sowie der anliegenden Muskulatur auslösen. Durch regelmäßiges Training kann eine verbesserte Muskelkontraktion erreicht werden, unter anderem stellte O’Sullivan (1) fest, dass ein zehnwöchiges lokales Muskeltraining sowohl Schmerzen als auch funktionelle Beeinträchtigungen deutlich reduzieren konnte.