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Dieser Fragestellung gingen die deutschen Forscher Axel Schäfer, Christoff Zalpour, Harry von Piekartz und Volker Paelke in Zusammenarbeit mit dem Australier Toby Hall nach. In ihrem Review mit Meta-Analyse verglichen sie auf E-Health-Anwendungen basierende Übungen mit anderen Interventionen oder Kontrollgruppen ohne Therapie. Die Wissenschaftler untersuchten dabei die Wirksamkeit der Maßnahme hinsichtlich der Zielgrößen Schmerz, Funktion und Lebensqualität. Sie recherchierten bis 27. Juli 2017 in den Datenbanken MEDLINE, CENTRAL, CINAHL, PEDro und auf Websites von Zeitschriften. Der Review wurde entsprechend den PRISMA-Empfehlungen erstellt, die Ergebnisse anhand der GRADE-Kriterien eingestuft. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und klinische kontrollierte Studien (CCTs) in englischer oder deutscher Sprache, die E-Health-basierte Übungen in der Therapie von Patienten mit Arthrose im Kniegelenk verwendet hatten. Die Arthrose wurde bei den Patienten aufgrund von Anamnese, klinischer Untersuchung und Röntgendiagnostik diagnostiziert. 635 potenzielle Studien wurden durch die Datenbankrecherche identifiziert, 13 weitere Arbeiten durch andere Quellen. Sieben Studien (RCTs) konnten in die Analyse eingeschlossen werden. Die insgesamt 742 Patienten (64 Prozent Frauen) waren per Zufall in eine Interventionsgruppe (n = 376) und eine Kontrollgruppe (n = 366) aufgeteilt. Sie hatten uni- oder bilaterale Gonarthrose, teilweise auch Koxarthrose und chronische Kniebeschwerden. Die Interventionen (Kräftigung, Walking, körperliche Aktivierung) wurden internetbasiert über spezielle Programme oder mobile Apps sowie telefonische Unterstützung gesteuert. Zudem erhielten die Teilnehmer Schulungen (Edukation) bezüglich Übungen, gesunder Ernährung, Schmerzmanagement und Selbsthilfe. Die Nachuntersuchungen erfolgten frühestens nach einem und spätestens nach 18 Monaten. Innerhalb von sechs Monaten konnte bei allen Patienten eine kurzfristige Schmerzlinderung mittels E-Health-basierten Anwendungen erzielt werden (geringe Qualität der Evidenz). Funktionen verbesserten sich in dem Zeitraum ein wenig (geringe Qualität der Evidenz), die Unterschiede zwischen den Gruppen waren jedoch nicht signifikant. Die Lebensqualität stieg signifikant in geringem Maße (moderate Qualität der Evidenz). 416 Teilnehmer wurden auch nach neun bis zwölf Monaten untersucht; bei ihnen konnten Schmerzen durch die Interventionen langfristig reduziert werden, wenngleich der Effekt geringfügig war (moderate Qualität der Evidenz). Zudem zeigten sich signifikante Verbesserungen von Funktion und Lebensqualität in geringem Maße (hohe Qualität der Evidenz). Die Autoren schlussfolgern, dass E-Health-basierte Übungen bei Gonarthrose-Patienten im Rahmen von Heimübungsprogrammen unterstützend zum Einsatz kommen sollten.