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Zur Beantwortung dieser Fragestellung analysierten australische Forscher erneut die wissenschaftliche Literatur (Januar 2011 bis Juli 2016). Sie schlossen 22 randomisierte Studien in ihre systematische Auswertung ein, mit insgesamt 1.299 Teilnehmern (23 bis 92 Jahre, 70 Prozent weiblich). Die PEDro-Bewertung zur Beurteilung der methodischen Qualität der Studien variierte stark (zwei bis acht Punkte). Entsprechend den Ergebnissen von fünf Studien (jeweils einmal distale Radiusfraktur und Radiusköpfchenfraktur, dreimal proximale Humerusfraktur) kann eine frühzeitige Übungstherapie mit moderater Evidenz empfohlen werden: Sie verkürzte die Phase der Immobilisation und verbesserte die aktive Rehabilitation. In einer Studie machten die Probanden ein Krafttraining für den gesunden Arm. Es gab Hinweise dafür, dass dies auch zu einer höheren Greifkraft und Beweglichkeit im verletzten Arm führte. In mehr als der Hälfte der Studien (n = 13) konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob Heimübungen oder betreute Übungen bei distaler Radius- oder proximaler Humerusfraktur überlegen sind. Ebenso kann keine eindeutige Empfehlung für die Übungstherapie bei distaler Radiusfraktur ausgesprochen werden, da diese einer bloßen Übungsempfehlung nicht überlegen war (n = 3). Leider waren bei über 40 Prozent der 22 Studien die durchgeführten Übungsprogramme nicht komplett nachvollziehbar, wie es die TIDieR-Checkliste fordert. Die Autoren schlussfolgern, dass der positive Effekt von Übungstherapie längst nicht so sicher ist wie allgemein angenommen und in Leitlinien beschrieben. Nur das frühzeitige Üben nach Frakturen der oberen Extremität brachte deutliche Erfolge für die Aktivität, verglichen mit einem späteren Übungsbeginn.