Tom ist leidenschaftlicher Motocross-Fahrer. Bereits im Kindesalter hat er mit diesem Sport begonnen; heute gehört er zu den Besten bei nationalen Rennen in der Erwachsenenklasse. Verletzungen sind für ihn nichts Neues. Vor einigen Tagen erwischte es Tom erneut: Bei der Landung nach einem hohen Sprung kam er mit einem deutlich überstreckten Handgelenk auf. Der Verdacht einer Skaphoidfraktur lag nahe – eine im Motocross typische Verletzung.

Sportunfall

Tom nahm nach der Landung einen starken Schmerz im Bereich des radialen Handgelenks wahr, trotzdem fuhr er die Runde noch zu Ende. Als er den Handschuh auszog, sah er bereits eine leichte Schwellung an der Schmerzstelle. Zudem war die Beweglichkeit des Handgelenkes in Extension und Flexion sowie Radialdeviation leicht eingeschränkt. Er suchte einen Arzt auf.

Klinische Untersuchung

Der anwesende Arzt palpierte die Tabatiere zwischen Daumen und Zeigefinger sowie das Tuberculum scaphoideum – beide Stellen waren sehr druckempfindlich. Als er anschließend einen axialen Druck auf Toms Daumen gab, nahmen dessen Schmerzen deutlich zu. Tom sollte einen Zangengriff mit dem Daumen und Zeigefinger durchführen und als weiteren Test den Unterarm maximal pronieren. Bei beiden Aktionen nahmen Toms Schmerzen zu. Treten diese klinischen Symptome und Zeichen zusammen auf, sollte von einer Skaphoidfraktur ausgegangen werden, bis das Gegenteil durch bildgebende Verfahren bewiesen ist (1–3).