Marketing
pt Januar 2022

Social-Media-Potenziale in der Gesundheitsbranche nutzen

Heilberufe und soziale Medien? Auf den ersten Blick will das nicht so recht zusammenpassen. Schließlich lauern im Social Web neben Falschinformationen und Fake-Profilen auch Formen des Identitätsdiebstahls. Nicht unbedingt Assoziationen, die mit dem Thema Gesundheit in Verbindung gebracht werden.

Ein Beitrag von Sebastian Retz
Lesezeit: ca. 4 Minuten
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Und trotzdem: Die Usergruppe, die sich mehrheitlich oder sogar ausschließlich über Online-Plattformen informiert, wächst – insbesondere bei den Unter-30-Jährigen. Laut einer global angelegten Studie von Hootsuite und We Are Social verbringen fast 80 Prozent der deutschen Internetbevölkerung mehrere Stunden pro Tag in den sozialen Netzwerken mit einem oder sogar mehreren Accounts. Twitter, Instagram und Co. sind also längst keine Spielerei einer Handvoll onlineaffiner Akteure mehr. Wenn es um Bekanntheitssteigerung, Imagebildung und Patientenbindung geht, sind soziale Medien auch in der Gesundheitsbranche wichtig. Richtig eingesetzt, lassen sich nicht nur große Reichweiten erzielen, sondern auch Menschen informieren, um etwa deren Präventionsaktivitäten zu verbessern.

Doch welches Netzwerk ist überhaupt sinnvoll? Wie stehen Aufwand und Kosten im Verhältnis zu erreichten Zielen? Welchen Mehrwert kann der Social-Media-Auftritt bieten? Und lohnt sich die Zusammenarbeit mit Influencern?

Auf das richtige Pferd setzen

Obwohl soziale Medien einen wachsenden Raum in der Gesellschaft einnehmen, bedeutet das nicht automatisch, dass jede kleinere und mittlere Praxis zwingend auf allen Kanälen präsent sein muss. Blinder Aktionismus, mitzumachen, weil es alle tun, oder dem nächsten Hype hinterherzurennen, ist eher hinderlich. Es gilt, sich mit den strategischen Vor- und Nachteilen der jeweiligen Plattformen auseinanderzusetzen. Ob Facebook, Instagram oder YouTube für eine Praxis relevant sind, entscheiden in erster Linie die Ziele und Zielgruppen. Steht beispielsweise Patientenbindung im Vordergrund, eignen sich fast alle Kanäle, um regelmäßig Kontakt zu halten. Achtung aber bei Blogs oder YouTube-Kanälen: Sie werden seltener abonniert, wodurch zu Followern und Friends nur lose Verbindungen entstehen.