Die SoPHY-Studie beschäftigt sich mit der Frage nach dem Sollprofil physiotherapeutischer Kompetenzen in den kommenden Jahren. Was müssen Therapeuten können und wissen, um in der Gesundheitsversorgung von morgen bestehen zu können? Ein aktuelles Projekt mit Online-Befragung gibt bedeutende Hinweise für die Zukunft.

Kompetenzdebatte

Seit vielen Jahren wird aus verschiedenen Gründen über physiotherapeutische Kompetenzen diskutiert. Derzeit ist die Ausbildung – abhängig vom Bundesland – entweder fachorientiert gestaltet oder basiert auf unterschiedlichen kompetenzorientierten Richtlinien (1, 2). Zusätzlich gibt es seit 2009 Modellstudiengänge für Physiotherapie (2). Doch welche Kompetenzen erlangen Physiotherapeuten an den verschiedenen Bildungsorten, insbesondere nach akademischer Qualifizierung? Experten erwägen Direktzugang und mehr Autonomie, Versorgungsverantwortung sowie erweiterte Gestaltungsspielräume für Physiotherapeuten (3). Die Weiterentwicklung, zum Beispiel hinsichtlich Wissenschaft, Versorgungsqualität und E-Health, stellt eine wesentliche Anforderung an die zukünftigen Therapeuten dar (4). Der bevorstehende demografische Wandel befeuert die Kompetenzdebatte zusätzlich (5, 6). Zukünftig wird der Bedarf an interprofessioneller und kooperativer Arbeit im Gesundheitswesen noch steigen. Hier ist die Mitarbeit der Physiotherapeuten bei der Neustrukturierung von Aufgabenkomplexen sowie Handlungsabläufen zur Steigerung der Versorgungsqualität gefragt (7–9). Zudem ist der Fachkräftemangel in Deutschland (10) eine Herausforderung, ebenso wie die zunehmende Technisierung der Arbeitswelt, Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheit 4.0 et cetera (11). All dies erfordert die Entwicklung von Kompetenzen, unter anderem zur Weiterentwicklung sowie Integration von neuen Technologien in die Physiotherapie.