Ein Forscherteam der Universität Bayreuth unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Scheibel hat es geschafft nanostrukturierte Materialien, welche auf Spinnenseide basieren, zu entwickeln. Diese verhindern die Ansiedelung von Pilzen und Bakterien. Gleichzeitig unterstützen sie proaktiv die Regeneration von menschlichem Gewebe.Die Materialien eignen sich daher für Implantate, Wundverbände, Prothesen, Kontaktlinsen und vieles mehr. Bakterien und Pilze stellen ein oft unterschätztes Infektionsrisiko dar. Sie lagern sich auf Oberflächen an und formen, je nach Gattung, häufig einen sogenannten Biofilm. Eine Matrix aus Sekreten, in der sie eingebettet leben. Dieser Biofilm lässt sich durch normale Reinigungsmittel nicht entfernen. Zudem verhindert er, dass Antibiotika und -mykotika ihr Ziel erreichen. Bakterien und Pilze können so leicht in angrenzendes Gewebe gelangen, wo sie die Heilungsprozesse stören. In schwerwiegenden Fällen können sie so lebensgefährliche Infektionen auslösen. Das von den Forschern entwickelte Material soll das verhindern. Laut den Studienergebnissen haben sogar multiresistente Streptokokken (MRSA) keine Chance sich auf der Oberfläche des Materials anzuheften und einzunisten. Gleichzeitig fördert das Material die Anhaftung menschlicher Zellen und fördert so die Regeneration von verletztem Gewebe. 

Quelle: Sushma Kumari S et al. 2020. Engineered spider silk-based 2D and 3D materials prevent microbial infestation. Materials Today. pt.rpv.media/1n2 [Epub ahead of print]