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Ja, so das Ergebnis eines systematischen Reviews aus quantitativen und qualitativen Studien. Australische Forscher recherchierten bis Februar 2016 in medizinischen Datenbanken nach geeigneten Studien zu diesem Thema. Dabei kamen sowohl Querschnittstudien als auch qualitative Studiendesigns infrage. Berücksichtigt wurden Studien, die in der Behandlung von chronischen Kreuzschmerzen erfahrene Physiotherapeuten einschlossen und als Zielgröße deren Überzeugungen hinsichtlich des Krankheitsbildes im Zusammenhang mit der Behandlungsstrategie untersuchten. Insgesamt inkludierten die Forscher fünf quantitative und fünf qualitative Studien in ihre Analyse. In drei quantitativen Studien wurde die Pain Attitude and Beliefs Scale for Physiotherapists (PABS-PT) eingesetzt, in zwei Studien kam die Attitudes to Back Pain Scale in musculoskeletal practitioners (ABS-mp) zur Anwendung. Eine Studie untersuchte das Angst-Vermeidungsverhalten. Um die Vorgehensweise der Therapeuten in der Praxis zu dokumentieren, wurden in drei der fünf quantitativen Studien Fallvignetten mit Patientenbeispielen unterschiedlicher Risikostufen eingesetzt. Die Auswertungen zeigen, dass Therapeuten mit einer eher biomedizinischen Perspektive den Patienten häufiger dazu raten, ihre Arbeitstätigkeit erst später wieder aufzunehmen und länger inaktiv zu bleiben. Darüber hinaus korrelierte die biomedizinische Perspektive in einer Studie mit der Tendenz, die Anzahl der Therapiesitzungen für den einzelnen Patienten nicht einzugrenzen. Therapeuten mit einem ausgeprägten Angst-Vermeidungsverhalten können den Genesungsverlauf ihrer Patienten negativ beeinflussen.