Während früher nach sportbedingter Gehirnerschütterung noch zu längerer Ruhe geraten wurde, legt neuere Forschung nahe, dass die frühe Rückkehr zur Belastung effektiver ist. Dabei gibt es einen schmalen Grat zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ Belastung. Ein adäquates Maß an körperlicher Aktivität kann den Genesungsprozess positiv beeinflussen, wahrscheinlich über eine Verbesserung der kortikalen Plastizität, Förderung neurotrophischer Faktoren und positive Effekte im Hinblick auf vegetatives Nervensystem, Stimmungslage und Schlaf. Um die individuelle Belastung festzulegen, kommen übungs- beziehungsweise belastungsbasierte Manöver zur Provokation von Symptomen unter Supervision zum Einsatz. Diese Tests sind in einer frühen Phase nach einer sportbedingten Gehirnerschütterung sicher und hilfreich. Meist kommt dabei lediglich eine Art von Ausdauerbelastung zum Einsatz, zum Beispiel auf einem Fahrradergometer. Eine Ergänzung um eine dynamische Komponente wäre für die Beurteilung der Rückkehr in den Sport gegebenenfalls hilfreich und würde den Entscheidungsprozess zur Belastungssteuerung besser unterstützen.