Maria ist frischgebackene Physiotherapeutin. Um ihre Jobchancen zu verbessern und ihre Patienten evidenzbasiert behandeln zu können, hatte sie sich zu Beginn ihrer Karriere für ein Studium entschieden. Jetzt sucht sie einen Job und ist überrascht, wie wenige Arbeitgeber Therapeuten mit akademischer Qualifikation suchen. War das Studium für die Katz oder ist Maria ihrer Zeit einfach nur ein kleines bisschen voraus?

Der Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe empfiehlt eine vollständige und flächendeckende hochschulische Ausbildung von Physiotherapeuten im Rahmen primärqualifizierender Studiengänge. Dies soll die Attraktivität des Berufs steigern und die Patientenversorgung auf hohem Niveau weiterentwickeln. Um international anschlussfähig zu bleiben, muss auch Deutschland die evidenzbasierte Professionalisierung vorantreiben.

Auf berufspolitischer Ebene wurde der Weg in Richtung Akademisierung bereits eingeschlagen. Seit dem Jahr 2001 gibt es die Möglichkeit, Physiotherapie berufsbegleitend oder ausbildungsintegrierend zu studieren, seit 2009 bieten verschiedene Hochschulen außerdem primärqualifizierende Studiengänge an. Vor diesem Hintergrund stellt sich jedoch die Frage, inwiefern die Akademisierung und die damit erhoffte Aufwertung des Berufs auf dem aktuellen Stellenmarkt tatsächlich angekommen ist.